‚Unter Weissen‘ – Ein Gespräch mit Mohamed Amjahid

von Laura Bindelli, Mehregan Behrouz und Mareike Grau   Hallo Mohamed, wie geht’s dir? Mir geht es gut, ich hab viel Wasser getrunken, hab viel gesprochen; ich bin in Bremen und es ist kalt – sonst ist alles super! Ich bin sehr froh, dass so viele Leute hier waren und sich mit dem Thema auseinandersetzen. Vielleicht werden sie dann individuell weiterreden und möglicherweise nicht nur unbedingt mein Buch oder das von Fatma Aydemir weiterempfehlen, sondern auch die Themen weitertragen. Was war entscheidender Faktor dieses Buch zu schreiben? Wann hast du gedacht dass es Zeit dafür ist? Als mein Literaturagent gefragt … ‚Unter Weissen‘ – Ein Gespräch mit Mohamed Amjahid weiterlesen

Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns

Ein literarisches Quartett der ganz besonderen Art zur Lesung von Lana Lux Kukolka und Lize Spit Und es schmilzt.  Von Anastasia Parinow, Celina Imm, Maimuna Sallah und Laura Marie Sturtz. Der Beitrag ist zu hören unter: https://www.dropbox.com/s/4d0qcngx4uk3mvf/Literarisches%20Quartett%20Der%20Ganz%20Besonderen%20ArtMP3.mp3?dl=0 Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns weiterlesen

„Poesie ist dafür da Grenzen zu sprengen“ – Interview mit Safiye Can

von Celina Imm Ich treffe Safiye Can nach der globale° Lesung, auf der sie soeben Einblick in ihren neuen Gedichtband Kinder der verlorenen Gesellschaft gewährt hat. Ich warte geduldig bis alle Gäste sich ihre Bücher signiert haben lassen und das ein oder andere Selfie mit der Dichterin geschossen haben. Sie warnt mich vor sehr müde und „unternikotiniert“ zu sein, aber dann packt sie doch aus über Grenzen, Ankommen, Rassismus, AfD und was Lyrik alles kann. Bei globale° geht es um grenzüberschreitende Literaturen und Autor*innen. Da muss natürlich auch eine Frage zu den Grenzen kommen. Mit welchen Grenzen sehen Sie sich … „Poesie ist dafür da Grenzen zu sprengen“ – Interview mit Safiye Can weiterlesen

„Heimat existiert nur als Plural“

Gedanken zur globale°-Finissage mit Ilija Trojanow und Michael Stavarič von Annemieke Kuper 13. November 2017, 19 Uhr. Draußen pfeift der kalte Novemberwind, drinnen, in der imposanten Oberen Rathaushalle des Bremer Rathauses, beginnt gerade die finale Veranstaltung der globale° 2017 mit dem Schriftsteller, Übersetzer und Verleger Ilija Trojanow und dem Schriftsteller und Übersetzer Michael Stavarič. Beide diskutieren heute Abend mit den Festivalleiterinnen Libuše Černá und Universitätsprofessorin Elisabeth Arend und Universitätsprofessor Axel Dunker über das zentrale Thema von Trojanows neuem Roman Nach der Flucht (2017): die Flucht und ihre allumfassenden Auswirkungen auf das Leben der Geflüchteten. Als ich beginne, diese Reflexion zu … „Heimat existiert nur als Plural“ weiterlesen

„Vielleicht können wir uns in der Mitte treffen.“

„Vielleicht können wir uns in der Mitte treffen.“ Lesung mit Hamed Abboud, Der Tod backt einen Geburtstagskuchen von Maria Rukover „Mir ist kalt.“ In der Überseestadt, dem alten Hafengebiet, der einst Bremen mit der Welt verband, findet an diesem Spätnachmittag die Lesung von Hamad Abboud statt. Irgendwie ironisch, dass sie gerade hier stattfindet, an diesem einstigen Verbindungspunkt zur Welt, wo Syrien, Abbouds Heimat, doch nun so abgeschnitten von der Welt erscheint. „Ich habe Hunger.“ Das Licht ist gedämpft als Abbouds Stimme im Saal ertönt. Nicht auf Deutsch, nein, auf Arabisch lässt er die ersten Worte aus seinem neuen Werk verlauten. … „Vielleicht können wir uns in der Mitte treffen.“ weiterlesen

Wortcollage eines bewegenden Abends

Lesung von Fatma Aydemir „Ellbogen“ und Mohamed Amjahid „Unter Weißen“ um 19 Uhr, am 09.11.2017 im Wallsaal der Stadtbibliothek Bremen“ von Mareike Dominique Grau Kommentare, Ausrufe, Gelächter – die Lesung scheint kaum jemanden im Publikum kalt gelassen zu haben. Ich selbst mache mich später aufgewühlt auf den Heimweg. Erstmal verdauen. Jetzt darüber schreiben. Privilegien. All die Emotionen, die mich bei der Lesung übermannt haben, wollen sich nicht so recht in Worte fassen lassen. Türen. Die Autorin liest aus ihrem Buch vor. Erzählt. Von Vorurteilen. Von Klischees. Gegen Klischees. Der Autor liest aus seinem Lebensalltag vor. Lachen vor Absurdität. Lachen vor … Wortcollage eines bewegenden Abends weiterlesen

Kukolka – Ein Interview mit Lana Lux

Ein Interview mit der Autorin Lana Lux von Neneh Sowe 1) Lana Lux, das Cover Ihres Buches Kukolka fällt sofort ins Auge. Haben Sie selbst auch eigene Ideen bei der Umschlaggestaltung mit einfließen lassen? Ja, ich hatte auch einen eigenen Entwurf gestaltet. Es sollte düster und dunkel wirken. Mit rohem Fleisch, um dieses düstere besser hervorzubringen. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns dann auf dieses Cover. 2) Auf dem Cover, sowie im Buch werden immer wieder Samiras strahlende blaue Augen beschrieben. Was hat es damit auf sich? Die blauen Augen kamen erst im Nachhinein. Eine Kritik daran, dass … Kukolka – Ein Interview mit Lana Lux weiterlesen

Die Vergangenheit in die Gegenwart holen

Veranstaltungsbericht zur Lesung von Stefan Hertmans: Die Fremde von Sarah Stoffels Wann ist uns die Vergangenheit so nah? Nur in einem Buch? Ein Stück Geschichte in einer Geschichte? Lebensgeschichten, die schon immer da gewesen sind; nur vor uns verborgen. Direkt vor unseren Augen und doch ungesehen. Die Geschichte; eine Geschichte. Wie bringt man Leben in einen Text? Wie bringt man das wahre Leben in die Literatur? Unter Berücksichtigung dieser Fragen schrieb Stefan Hertmans seinen Roman Die Fremde. Dieser handelt von einer jungen Frau aus Frankreich, die im 11. Jahrhundert vom Christentum zum Judentum konvertierte. Vigdis heißt die junge Frau zu … Die Vergangenheit in die Gegenwart holen weiterlesen

Mit Humor die Ernsthaftigkeit erklärt

Mohamed Amjahid und Fatma Aydemir brachten das Publikum mit Lesungen aus ihren Büchern und mit ihren humorvollen Bemerkungen und Anekdoten immer und immer wieder zum Lachen. Dennoch blieb das mehr als aktuelle Thema Rassismus in ihren Erzählungen in voller Ernsthaftigkeit präsent. Die beiden regten das Publikum zum Nachdenken an und machten diesen Abend zu einem witzigen, informativen, emotionalen und unterhaltsamen Abend. Mit Humor die Ernsthaftigkeit erklärt weiterlesen

Fußball und Identität

Veranstaltungsbericht zur Lesung von Imran Ayata: Ruhm und Ruin von Sarah Stoffels Es ist eine kleine Runde, die sich an diesem Dienstagabend in der Stadtbibliothek Neue Vahr eingefunden hat. Zwischen den alten Klassikern und den aktuellen Büchern der Bibliothek sind mehrere Stuhlreihen für die Besucher der Lesung aufgebaut worden, davor stehen ein runder Tisch mit zwei Stühlen. An dem runden Tisch sitzen der Moderator der Lesung, Walter Langlott, und der Hauptcharakter des heutigen Abends, der Romanautor Imran Ayata. Die Lesung beginnt mit einer kurzen Biografie des Autors. Der Moderator erzählt von Ayatas bisherigem Schaffen und dem Hintergrund des Romans Ruhm … Fußball und Identität weiterlesen

Der Phantasie Raum lassen

Von Ronja Storck   Montagmorgen, 06. November 2017, 10 Uhr: Das Piratenschiff wird gestürmt. In der Kinderabteilung der Stadtbibliothek Bremen geht es bunt zu. Eine zweite Klasse rückt sich auf den Sitzreihen zurecht. Zur Lesung von „Der geheimnisvolle Koffer des Herrn Benjamin“ sind aber auch ein paar Erwachsene erschienen und genauso gespannt wie die Kinder. Die Autorin Pei-Yu Chang stellt sich vor. Sofort schießt eine Hand nach oben: „Das ist ein chinesischer Name.“ Pei-Yu Chang wuchs in Taiwan auf und studierte dort Deutsche Kultur, Sprache und Literatur. Im Jahr 2016 schloss sie ihr Studium an der Universität Münster in Kommunikationsdesign … Der Phantasie Raum lassen weiterlesen

Ein Abend, der einem ein Lächeln ins Gesicht schreibt

Veranstaltungsbericht von Änne Gerdes Auf den ersten Blick scheinen die beiden Autorinnen Safiye Can und Petina Gappah nicht viel gemeinsam zu haben, doch der wunderbare Lesungsabend am 10.11.2017 beweist das Gegenteil. Dem lesebegeisterten Publikum wurden zwei Frauen präsentiert, die schillernder nicht sein könnten. Zusammen mit der Moderatorin Katrin Krämer wurde eine herzliche Atmosphäre kreiert, die durch die gemütliche und warme Bühnendekoration noch verstärkt wurde. Mit unglaublicher sprachlicher Kraft ließen Safiye Can und Petina Gappah das Publikum in ihre Texte eintauchen und führten sie durch eine Gefühlswelt aus Freude, Anspannung, Ärger, Staunen und Vergnügen. Diese Vielfalt an Emotionen, die Safiyes Gedichte … Ein Abend, der einem ein Lächeln ins Gesicht schreibt weiterlesen

Grenzraum Mittelmeer

Beitrag von Änne Gerdes Ein Schwerpunkt der diesjährigen globale° ist die Passage Mittelmeer, in welcher die Ambivalenz des Mittelmeeres als Raum für kulturellen Austausch und als Grenze diskutiert wird. So stehen verbindende und trennende Elemente in einer Beziehung zueinander, die Möglichkeit für einen Neuanfang steht dem Ende eines früheren Lebens gegenüber. Die Veranstaltungen der Passage Mittelmeer, wie zum Beispiel die Fotoausstellung Mein Nachbar der Geflüchtete von Sophie Hériaud, die Lesung von Stefan Hertmans‘ Die Fremde, oder auch das Mittelmeersymposium, in welchem beeindruckende aktive Bremer und Berliner Hilfsorganisationen wie Signal of Solidarity, SOS Méditerranée und das Alarmphone vorgestellt wurden, haben den Blick … Grenzraum Mittelmeer weiterlesen

„We are all translated men“

Erster Übersetzertag im Rahmen der globale° Ein Erlebnisbericht von Stefanie Jahn Zum 10-jährigen Jubiläum der globale° fand dieses Jahr der erste Übersetzertag im Rahmen des Literaturfestivals mit Vorträgen der geladenen Gäste aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen rundum das Thema Übersetzen statt. Es kamen Übersetzer, Wissenschaftler, Dozierende, Studierende, Verleger, und auch Autoren, um an dem regen Austausch teilzuhaben. Die ca. 80 Teilnehmenden lernten am Vormittag aus verschiedenen Perspektiven durch abwechslungsreiche Vorträge die Kunst des Übersetzens zu betrachten. Sie hörten, dass Übersetzung nicht nur „Produktion und Kreation“ sein kann, sondern auch „kulturelle Substrate“, eine Möglichkeit der Kommunikation über Grenzen hinaus und eine Auseinandersetzung … „We are all translated men“ weiterlesen

Über die Kooperation der globale mit dem Institut Français

Ein Interview mit Prof. Dr. Elisabeth Arend, Festivalleitung Von Lea Sophie Birke und Stefanie Jahn blogale: Elisabeth Arend, wie kam es zur Kooperation der globale mit dem Institut Français und seit wann besteht sie? EA: Die Zusammenarbeit entstand vor vier Jahren durch die Kooperation der globale mit der Universität. Damals schlug ich vor, mit Boualem Sansal auch einen französischen Autor einzuladen, das haben wir dann über das Institut Français gemacht. Das Institut hat aber vorher auch schon insofern mit der globale zusammengearbeitet, als die Auftaktveranstaltungen dort stattfanden, als das Festival noch kleiner war. Nachdem Sansals Lesung ein großer Erfolg war, … Über die Kooperation der globale mit dem Institut Français weiterlesen

„Einfach nur schön“

08.11.2015, 16.00 Uhr | AMS!-Improraum, Fehrfeld 26 | gabrieleschreibtgedichte: FeinkOSTEN VON ALEX KIND Die Sonne steht schon tief am Himmel und schaut gerade noch über die Dächer des Viertels um die Bäume in Herbstfarben erstrahlen zu lassen, als am Sonntagnachmittag um kurz vor vier der Eingangsbereich der Räumlichkeiten des Alsomirschmeckts!-Theaters vollgepackt ist mit entspannten, sympathischen Menschen, die sich auf die Texte des Lyrikkollektivs gabrieleschreibtgedichte freuen. Wie wir später erfahren, haben sich die Mitglieder des Kollektivs Gianna Lange, Martina Baljak, Saskia Bücker, Katharina Mevissen und Hahn im Korb Helge Hommers vor gut einem Jahr an der Uni Bremen getroffen, als alle gemeinsam … „Einfach nur schön“ weiterlesen

Meckern kann jeder

Feridun Zaimoglu – Ein Schriftsteller erklärt sich Von Franziska Rentzsch   Freitag 12:03 Uhr, Stadtbibliothek Bremerhaven. „Herr Zaimoglu ist leider noch nicht da“, heißt die leise Ankündigung einer Mitarbeiterin. Aber im Foyer gebe es einen Kaffeeautomaten. Einige Schüler erheben sich langsam, doch der Autor steht schon in der Tür. Unscheinbar, ganz in schwarz gekleidet und mit einem breiten Lächeln im Gesicht schreitet er an den Stuhlreihen vorbei, setzt sich ans Pult und rückt sich das Mikrofon zurecht. Eine Ankündigung gibt es heute nicht – dafür fehle die Zeit, denn der Moderator suche noch nach einem Parkplatz – und Zaimoglu will … Meckern kann jeder weiterlesen

Lyrik im Quintett

Von Schreibmaschinen und Lampenfieber           Wie genau ist eigentlich euer Name »gabrieleschreibtgedichte« zustande gekommen? Gianna Lange: Gabriele ist meine Schreibmaschine, die ich von meinem Onkel geerbt habe und vermutlich noch aus den 50er-Jahren stammt. Als wir auf Namensfindung waren, haben wir uns bei mir zuhause getroffen und abwechselnd unsere Vorschläge auf Gabriele getippt, bis wir sie irgendwann mit in den Namen integriert haben. Seitdem kommt sie auch immer mit zu den Lesungen. Verfasst ihr denn eure jetzigen Gedichte auch auf Gabriele? Oder eher per Hand oder am Laptop? Gianna Lange: Ich glaube, dass das bei uns … Lyrik im Quintett weiterlesen

Kurzinterview mit Barbara Honigmann:

04.11.2015, 19.30 Uhr | Rangfoyer des Bremer Theaters | Barbara Honigmann: Chronik meiner Straße, 2015 Ich habe Ihr Buch sehr genossen, ich fand’s schön, wie sie beobachten. Mir ist aufgefallen, dass es ab und zu Formulierungen gibt wie z.B. „die Stämme“, die die LeserInnen und Leser eventuell als politisch inkorrekt bezeichnet könnten. Hat es Sie Überwindung gekostet, das trotzdem so zu schreiben? Nein, nicht wirklich. Das ist auch ironisch, ist ja keine soziologische Untersuchung, sondern eine Beschreibung. Wie gesagt, diese Leute, der Stamm, die wirken so wie ein Stamm und treten als Stamm auf und dann nenn ich sie auch … Kurzinterview mit Barbara Honigmann: weiterlesen

Chronik eines unrunden Abends

04.11.2015, 19.30 Uhr | Rangfoyer des Bremer Theaters | Barbara Honigmann: Chronik meiner Straße, 2015 VON ALEX KIND Als viel beschäftigte Studentin bin ich immerhin zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung da, aber meine älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger waren schneller und so suche ich mir einen Platz in der vorletzten Reihe, was ich übrigens gleich bereue, denn von der Bühne sehe ich leider nichts, dafür aber eine unschöne Stativ-Beamer-Konstruktion, die nicht etwa hinter der letzen, nein, in der dritten Stuhlreihe aufgebaut wurde. Zum Glück stellen sich alle, die ein Mikrofon in die Hand bekommen, namentlich vor, denn sehen kann ich sie … Chronik eines unrunden Abends weiterlesen

ein lyrisches echo

  ich sitze heute tief im stuhl meine handwärme vergräbt sich gehetzt und getrieben vom vorher schwitzend unterm sitz,   trockene lippen an gekühlter weinperlenschorle bekennen sich zu einem happen wort wir hören alle höflich zu,   der plaudersteuermann verliert die richtung rote farblinien haften am glaskreis gewolltes reden verbummelt den sinn,   endlich dann sitzt du da vorn deine notenschlüsselstimme strahlt stimmt formvollendet meine hörschnecke auf deine buchstabenreihen ein,   vorleseströme tanzen lebendig durch die halle zaubern formvollendete träume in meine herzbrennpunkte wie schön.   Text: Saskia Bücker ein lyrisches echo weiterlesen

Geisteskrank und heimatlos

Ein Gespräch mit Dimitrij Wall   Herr Wall, wo lebt es sich schöner: Im Osnabrücker Umland, da wo Sie groß geworden sind, oder in Berlin, Ihrem jetzigen Lebensmittelpunkt? Beides hat seine Vorzüge. Zum einen bin ich gerne bei einem Kumpel in der Nähe von Osnabrück, der dort einen Bauernhof gekauft hat. Dort lebt es sich sehr gut, aber länger als zwei Wochen halte ich es dort nicht aus. Dafür bin ich dann doch mittlerweile zu sehr Berliner. Wenn man Ihre Biografie mit den Geschehnissen in Ihrem Roman vergleicht, werden Parallelen ziemlich schnell offensichtlich. Ist das Buch somit auch in gewisser … Geisteskrank und heimatlos weiterlesen

Ein paar Fragen an Vea Kaiser

Wie kam es dazu, dass du dir statt einer real existierenden griechischen Insel, eine fiktive Insel ausgedacht hast? Für den Roman gibt es eine reale Vorbildinsel, die genauso geographisch gestaltet ist, genauso groß ist und genauso viele Einwohner hat, wie Makarionissi. Da ich allerdings immer nur im Sommer dort bin und nicht weiß, wie es auf der Insel im Winter ist, hätte ich da noch mehr recherchieren müssen. Außerdem bin ich eine überzeugte FKK-Gängerin und liege dort auf der Insel im Urlaub immer am Nacktstrand. Da ich nicht wollte, dass die Leute dann am Strand ankommen und sagen: „Ey Frau … Ein paar Fragen an Vea Kaiser weiterlesen

Lebendiges Schreiben

Ein Abend mit Tommy Wieringa und Vea Kaiser in der Stadtbibliothek Bremen. Ein Bericht von Ev Neumann. Es ist kurz nach 19 Uhr als der niederländische Autor Tommy Wieringa und Moderator Tobias Pollok die Bühne im Wall-Saal der Stadtbibliothek betreten und sich in die roten Ledersessel setzen. Der dritte Sessel bleibt vorerst leer, da der Zug von Vea Kaiser verspätet ist. Ein Stöhnen und Gemurmel über die Unfähigkeit der Deutschen Bahn geht durch das Publikum. Doch schnell hebt sich die Stimmung wieder, als Tobias Pollok sehr bemüht aber dennoch vergeblich versucht, den Geburtsort Wieringas korrekt auszusprechen. Die beiden Gesprächspartner verstehen … Lebendiges Schreiben weiterlesen

Navid Kermani und die großen Fragen

Die Eröffnung der Globale in der Bremischen Bürgerschaft/1.11.2015 18 Uhr Reger Andrang herrscht im Foyer der Bremischen Bürgerschaft. Über 250 Gäste zählen die Veranstalter der Globale bereits. Eine Menschentraube wartet bis zuletzt, sie alle stehen auf der Warteliste und wollen noch rein. Schließlich kommt Navid Kermani nicht jeden Tag nach Bremen. Doch die Prominenz lässt sich Zeit. Grund ist, wie hätte es auch anders sein können, die Deutsche Bahn. Die Lesung wird eine Stunde nach hinten verschoben, der Andrang bleibt. Die Stuhlreihen sind bis auf den letzten Platz besetzt, die Besucher vertreiben sich die Zeit mit Rotwein, Weißwein, Sekt und … Navid Kermani und die großen Fragen weiterlesen

Gesa Olkusz im Gespräch

Legenden ist dein schriftstellerisches Debüt. Wie bist du zum Schreiben gekommen? Ich habe immer schon geschrieben, aber für mich. Das waren eher kurze Sachen und Begebenheiten, um Eindrücke festzuhalten. Während meiner Studienzeit in Berlin habe ich mich dann entschlossen, mich ganz dem Schreiben zu widmen. Vier Jahre lang hast du daran geschrieben. Hast du dich zuhause eingebuddelt, um den Roman schreiben zu können? Ich habe nebenher gejobbt, aber das Schreiben die letzten vier Jahre als meine Hauptbeschäftigung angesehen. Für mich sind Routinen sehr wichtig. Ich schreibe tagsüber, denn irgendwann muss der Arbeitstag auch mal vorbei sein. Dabei arbeite ich sehr … Gesa Olkusz im Gespräch weiterlesen

Wir haben alle Vorurteile, auch wenn wir das gar nicht wollen

Bericht zur Lesung von Kirsten Boies “Schwarze Lügen” in der Stadtbibliothek Gröpelingen am 27.11.2014 von SilviaRosenlund Gerade habe ich Platz genommen, schon bin ichmittendrin in den Diskussionen: „Die da vorne sind so groß, ich kann gar nichts sehen“, „Boah seid doch mal leise“, „Die Handys werden jetzt weggepackt“. Gemeinsam mit einigen 6. Schulklassen bei einer Lesung von Kirsten Boie in der Stadtbibliothek Gröpelingen zu sein, das ist mal eine attraktive Abwechslung zu den Abendveranstaltungen bei der Globale. Kirsten Boie erzählt von ihrem Buch Schwarze Lügen, von den Verkettungen vieler Zufälle, von der Unschuld ihrer Hauptfigur Melody und davon, wie leicht … Wir haben alle Vorurteile, auch wenn wir das gar nicht wollen weiterlesen

Die etwas anderen Berlin-Romane.

Bericht zur Lesung von Nellja Veremej’s „Berlin liegt im Osten“ und Deniz Utlu’s „Die Ungehaltenen“ am 27.11.2014 von Kristin Krause Die Lesung von Nellja Veremej und Deniz Utlu beweist, dass kulturelle Veranstaltungen nicht gezwungenermaßen in Buchhandlungen, Sprachinstituten oder Museen stattfinden müssen, sondern auch auf kulturfremdem Boden funktionieren. So finden sich am Donnerstagabend etwa 50 Zuschauer in der Arbeitnehmerkammer ein, um den beiden Autoren und dem was sie zu sagen haben, interessiert zu folgen. Moderiert wird die Lesung von Katrin Krämer, Moderatorin beim Nordwestradio, die auch gleich zu Beginn erklärt, dass Ereignisse wie die Globale von der Arbeitnehmerkammer immer wieder gerne … Die etwas anderen Berlin-Romane. weiterlesen

Vom Biertrinken, Rock’n’Roll und der Weltgeschichte.

Tag 4: Bericht zur Lesung von Jaroslav Rudiš‘ „Vom Ende des Punks in Helsinki“ am 23.11.2014 im Bremer Theater Von Kristin Krause Man sollte meinen, dass alleine durch den Titel “Vom Ende des Punks in Helsinki”, Jaroslav Rudiš‚ neuestes Werk wie eine Bombe in Finnland einschlagen müsste. Seine finnische Lektorin, die nach einer gelesenen Seite den Roman in das Programm aufgenommen hatte, war ebenfalls davon ausgegangen. Dabei herausgekommen ist jedoch einziges Desaster, keine einzige Besprechung wurde über den Punk veröffentlicht. Rudiš freute sich trotzdem, immerhin wurde sein Werk auf Finnisch veröffentlicht. Mit dieser Anekdote begann der tschechische Autor seine bereits … Vom Biertrinken, Rock’n’Roll und der Weltgeschichte. weiterlesen