Der Fremde bleibt

Lesung von Ilja Trojanows „Auf der Flucht“, am 13.11.2017 um 19:00 im Rathaus Bremen.

Von Athina Anastasiou

 

Das Leben nach der Flucht ist ein pechschwarzes Tuch,

es legt sich über den, der keine Heimreise kennt.

Nach ihr bleibt meist nur das, was den einen von dem anderen trennt.

Es ist das Sein ohne das eigene Land,

so als wäre die neue Heimat nur ein Übergangszustand.

 

Das Leben nach der Flucht ist ein schwarzseidenes Tuch,

es schmiegt sich um den, der kein Ankommen kennt.

Nach ihr bleibt meist nur das, was man noch von sich selber kennt.

Es ist Sein ohne eine wohlbekannte Hand,

so als wäre die neue Heimat nur ein weiteres Fragment am Wegesrand.

 

Doch wenn für uns der Andere immer nur der Andere bleibt,

gibt es immer eine Tatsache, die uns für immer voneinander entzweit.

 

 

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